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Bernsteinsuche - die wichtigsten Hinweise und Tipps zum Start

Alle Infos auf einer Seite - Erkennungsmerkmale, Fundorte und weitere konkrete Tipps zur erfolgreichen Suche des 'Gold des Nordens'.

Bernsteinsuche


Bernstein ist ein faszinierendes Material

Es handelt es sich doch um versteinertes Baumharz, das viele Jahrmillionen unbeschadet überdauern kann. Vor allem in geschliffener Form entfaltet Bernstein dann sein volles Potenzial und leuchtet wunderschön wenn Licht auf ihn fällt. Dass Material ist dabei sehr leicht und recht weich, weswegen es bei grober Handhabe recht schnell Kratzer und Macken bekommen kann. Dass wir heute trotzdem immer noch makellose Stücke finden hängt vor allem von seinem Fundort ab: es liegt zumeist tief verborgen und geschützt im Meer. Vermutlich wurde es dort im Falle des baltischen Bernsteins der Ostsee vor vielen Jahrmillionen durch einen großen Urstrom hin transportiert. Vereinfacht gesagt gelangte das Harz von riesigen Nadelwäldern in Bäche und von dort in immer größere Ströme bis es seinen Weg ins Meer fand. Dort konserviert bleibt es jedoch bis zum heutigen Tage nicht einfach liegen sondern wird vor allem in stürmischen Wetterlagen der kälteren Jahreszeit wieder an die Wasseroberfläche gespült und landet mit etwas Glück und der richtigen Strömung an den Küsten z.B. von Mecklenburg-Vorpommern. Dies ist nur durch die geringe Dichte des Bernsteins und die höhere Salzwasserdichte des kalten Meeres möglich. Der Bernstein treibt dann  regelrecht auf und lässt sich in unregelmäßigen Abständen zusammen mit allerlei anderem Strandgut an den Küsten beispielsweise der Ostsee nieder.

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Wie erkennt man Bernstein?

Die Färbung des Bernsteins geht dabei von weißlich bis zumeist orange/ocker und braunfarben bis in noch dunklere Töne. Typischerweise ist die Färbung honigfarben/bräunlich. Woran erkennt man Bernstein aber noch, außer an der Farbe? Vor allem an seiner im Vergleich zu anderen Steine geringen Dichte, er ist also sehr leicht. Und wie bereits erwähnt an seiner eher weichen Oberfläche. Reibt man diese, so riecht man oftmals noch den harzigen Geruch des Ausgangsstoffes. Der Stein lädt sich beim Reiben übrigens elektrostatisch auf – Papierschnipsel o.ä. lagern sich an, eine Eigenschaft die die meisten anderen Steine oder auch Braunglas nicht haben. Und er klingt dumpf wenn man ihn beispielsweise gegen einen Stein klopft, nicht so hart wie ein mineralischer Stein. Und ja, Bernstein duftet wenn er brennt und schmilzt wenn er erhitzt wird, aber diese Tests möchte man seinem wertvollen Fund dann doch lieber nicht zumuten :)

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Vorsicht ist geboten

Leider ist das Sammeln von Bernstein seit dem Zweiten Weltkrieg allerdings nicht mehr komplett gefahrlos möglich. Während und vor allem auch zum Ende des Krieges hin wurden große Mengen an Phosphorbomben und anderen chemischen Kampfstoffen im Meer versenkt. Nach Jahrzehnten der Durchrostung gelangt so auch heute noch Phosphor an die Wasseroberfläche und lagert sich an den Stränden der Küste an. Dies kommt zwar selten vor, tückischerweise ähnelt das Phosphor dann aber dem Bernstein optisch sehr stark. Das Fatale daran: Phosphor entzündet sich bei Temperaturen von 20-30 °C von selbst und hört dann nicht mehr auf zu brennen bis es z.B. mit nassem Sand gelöscht wird. Im schlimmsten Fall nimm man also ein Stück vermeintlichen Bernsteins auf und steckt es in die Tasche. Während es bei kühlerer Außenwitterung recht harmlos bleibt, entzündet sich das Phosphor dann durch die Wärme in der Tasche von alleine und kann zu schwersten Verbrennungen führen. Sammelt deswegen eure Bernsteinschätzchen am besten mit Handschuhen auf und verstaut sie in einer Metalldose. Wer ganz sicher gehen möchte belässt dabei auch noch Wasser rund um die Fundstücke. Zuhause trocknet man sie dann im Außenbereich und schaut dort ob sie auf Wärme reagieren. Grund zur Panik besteht trotzdem nicht, Phosphorfunde sind zum Glück selten.

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Tipps zur Suche

Finden kann man Bernstein aufgrund seiner Entstehung aus Baumharz weltweit. Aufgrund der überwiegenden Lagerung unter Wasser und der Aufsteigens durch die höhere Dichte kalten Wassers sind Neuanspülungen jedoch begrenzt. Sehr empfehlenswert sind beispielsweise die Küstengebiete von Ueckermünde nahe der polnischen Grenze bis nach Rostock, inkl. aller in diesem Bereich vorgelagerten Inseln. Aber auch nahezu im gesamten Bereich der deutschen Nordseeküste kann man erfolgreich auf die Suche gehen. Kleiner Tipp: man muss nicht zwingend an Land im Sand suchen, oftmals schwimmt ein großer Teil der Bernsteine noch im Wasser und erreicht gar nicht das Festland. Wer mit einem Kescher und einer Wathose bzw. auch nur Gummistiefeln nach ihnen Ausschau hält kann auch im Wasser tolle Funde machen. Und noch zwei weitere Tipps zur Suche, gerade auch für Anfänger: oftmals ist es sehr schwer einen Bernstein mit bloßem Auge zu erkennen und der Strand erscheint riesengroß. Machen Sie sich deswegen ähnlich wie bei der Goldsuche die Dichte des Materials zu Nutzen. Bernstein hat eine geringe Dichte und ist sehr leicht, er treibt deswegen zusammen mit anderem Schwemmgut ans Land. Halten Sie also nach diesem Schwemmgut Ausschau. Die Möwen können Ihnen dabei eine Hilfe sein, denn oftmals bringt das Schwemmgut Nahrung für die Vögel mit sich. Ansammlungen von Möwen können also auf Strandgut hinweisen. Noch wertvoller ist allerdings folgender Tipp: Bernstein leuchtet unter UV- bzw. Schwarzlicht grünlich oder bläulich. Wer also in der Dämmerung oder Dunkelheit am Strand unterwegs ist kann mit einer entsprechenden Taschenlampe schnell und erfolgreich den Sand absuchen.