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Testbericht zur Goldwaschrinne Bayerwalddigger Bavaria


Die Bavaria mit ihren modellspezifischen, hohen Seitenwänden

- Die Bavaria mit ihren modellspezifischen, hohen Seitenwänden -

Nummer 1

Es war meine erste Goldwaschrinne: eine Bavaria aus der kleinen Rinnenbauschmiede von Bayerwalddigger. Und bis heute, obwohl mittlerweile noch rund 10 weitere Rinnen dazu gekommen sind, gehört sie immer noch zu meinen besten Rinnen und zeigt kaum Abnutzungserscheinungen. Die Bavaria ist dabei so schlicht wie effizient aufgebaut – im Normalfall ist sie zweiteilig gefertigt und kann so zum Transport platzschonend zusammengelegt werden. Am Bach angekommen ist sie in 10 Sekunden einsatzbereit, da man beide Teile nur zusammensteckt und mit den angenieteten Federschlössern verschließt (mittlerweile gibt es die Rinne übrigens auch dreiteilig). Anschließend legt ihr die Rinne in die Bachströmung und könnt direkt auf die Rinne schaufeln - ein Vorsieben ist nicht nötig. Verluste sind trotz dieser harten Gangart kaum zu befürchten, ich habe dies jahrelang selbst getestet. Einzige Voraussetzung ist ein ordentlicher Durchfluss, also viel Strömung. Das liegt an den tiefen und recht hohen Riffeln und der hohen Reibung der verwendeten Gummimatte. Bitte nicht falsch verstehen, das Zusammenspiel zwischen dieser Matte mit viel Reibung und nur zwei verschiedenen Riffeltypen funktioniert richtig prima! Auch wenn man sich manchmal etwas mehr Mattenvarianz wünschen würde, so wird dem Wunsch danach vom tadellosen Fangverhalten der verwendeten Riffel eigentlich die Grundlage entzogen. Stellt ihr die Rinne jedoch zu sanft ein, so versanden die aggressiv ausgelegten, tiefen Riffel und vor allem feines Gold kann aus der Rinne befördert werden. Sie eignet sich somit nicht für sehr kleine Bäche, hier fehlen ihr Strömungsgeschwindigkeit und Wassermenge. Da die Rinne recht breit ist, solltet ihr generell ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Kleiner Tipp: seid ihr an einer eher seichten Stelle mit nicht allzu großer Wassermenge, so könnt ihr euch bei kleineren Bächen manchmal einen wassersammelnden, V-förmigen Damm aus Steinen bauen und die Rinne an die Spitze des ‚V’s setzen. So wird genügend Wasser gesammelt und wenn ihr die Rinne noch etwas steiler stellen könnt habt ihr evtl. auch genügend Strömungsgeschwindigkeit (achtet darauf dass das Material hinter euren Riffeln etwas tanzt und sich so durch die Strömung separiert).

Aufgrund der aggressiven Riffel kommt die Bavaria auch mit stärkerer Strömung gut zurecht

- Aufgrund der aggressiven Riffel kommt die Bavaria auch mit stärkerer Strömung gut zurecht -

Wie gut schlägt sie sich am Bach?

Das Wichtigste an einer Goldwaschrinne ist neben dem möglichen Materialdurchsatz natürlich auch die Fangquote. Und die Bavaria glänzt glücklicherweise bei beiden Aspekten. Ist die Rinne im Bach richtig positioniert, möglichst flach aber dennoch mit ordentlicher Strömung versehen, so könnt ihr sie hart füttern. Entweder indem ihr euer vorgesiebtes Material innerhalb von nur sehr kurzer Zeit auf die Rinne gebt oder aber direkt und ungesiebt darauf schaufelt. Natürlich ist es im letzteren Fall vorteilhaft wenn ihr in einer Region mit eher rundlichen Steinen seid, diese werden dann zuverlässig aus der Rinne getragen. Flache Steine können wie bei jeder anderen Rinne auch liegenbleiben und unterspülen dann die unter ihnen liegenden Riffel. In diesem Fall ist es besser vorzusieben. Die Fangquote ist wie bereits erwähnt hoch und zwar gleich am Anfang der Rinne. Bayerwalddigger verzichtet bewusst auf eine Vorschaumatte um die Rinne auf maximale Fängigkeit auszulegen. Das minimiert allerdings etwas den Spaß beim Füttern der Rinne, da ihr nicht unbedingt gleich die schönen Goldstücke seht wie sie in einer Vorschaumatte mit flachen Riffeln liegenbleiben. Ungeachtet dieses kleinen Wehrmutstropfens ist das Konzept ohne Vorschaumatte jedoch effizienter, normalerweise bleiben mindestens 90% des gefangenen Goldes bereits auf den ersten 60cm der Rinne liegen! Im zweiten Abschnitt habe ich noch nie signifikante Mengen an Gold gefunden, manchmal sogar überhaupt nichts. Wer möchte kann also durchaus einmal den hinteren Rinnenabschnitt zuhause lassen und nur mit dem Trichterteil losziehen. Dann halbiert sich auch das doch recht stattliche Gewicht von rund 4 kg für beide Rinnenteile zusammen. Die Rinne eignet sich also weniger zum Prospektieren wenn ihr größere Strecken wandern wollt, sondern eher als Produktionsrinne wenn ihr eine gute Stelle gefunden habt und ordentlich Material umsetzen wollt. Durch die Bauart kann die Rinne enorme Mengen an Aushubmaterial umsetzen. Ihr könnt auf sie je nach Region und Anteil an Schwermineralien im Idealfall stundenlang schaufeln bis ihr sie auswaschen müsst. In Gebieten mit viel schwarzem Sand solltet ihr allerdings öfters auswaschen, da sich ansonsten die Riffel mit diesem schweren Material zusetzen. Alle 1-2 Stunden auszuwaschen hat sich in der Praxis zumeist als sinnvoll erwiesen, dann seht ihr auch ob sich die Goldquote geändert hat und ihr evtl. weiterziehen solltet. Das Auswaschen geht dabei enorm schnell, einfach die Rinne vorsichtig aus der Strömung heben und senkrecht in einen Eimer stellen (mit den Riffelöffnungsseiten nach unten). Wenn ihr jetzt seitlich Wasser auf die Rinne spritzt, entweder von Hand oder mit Hilfe einer Goldwaschpfanne, dann spülen sich die Riffel schnell leer und das Konzentrat fließt in euren Eimer. Wenn ihr euch sicher seid dass die Rinne sauber ist, dann legt sie einfach wieder ins Wasser und es kann bei Bedarf gleich weitergehen. Hier spielt das Rinnenkonzept seine Schnelligkeit gegen andere Systeme mit Miners Moss oder Matten, die erst aus der Rinne genommen werden müssen, klar aus.

Wer sich für die Bavaria interessiert findet auf www.bayerwalddigger.de einige Informationen dazu und kann sich über die im Impressum hinterlegten Kontaktdaten direkt an den Hersteller wenden. Da die Rinnen auf Nachfrage und nach Kundenwunsch gebaut werden gibt es keine Option sie über einen Shop zu bestellen. Preislich müsst ihr mit ca. 200 € kalkulieren, was für ein Stück Handwerksarbeit aber auch in Ordnung geht.

Rinnenauslegung mit 'MGRM'- und 'Edermatte'

- Rinnenauslegung mit 'MGRM'- und 'Edermatte' -

Auf einen Blick

Vorteile:

-         Qualitativ hochwertige Handwerksarbeit

-         Zweifach oder dreifach teilbar, dadurch platzsparender transportierbar

-         Kann direkt beschaufelt werden

-         Sehr gute Fangquote

-         Sehr schnell auswaschbar

-         Wird individuell und nach Kundenwunsch gefertigt


Nachteile:

-         Recht schwer

-         Keine Vorschaumatte, wenig Mattenvarianz

-         Viel Wasserdurchfluss und Strömung nötig

-         Keine direkte Bestellmöglichkeit über ein Shopsystem

Die Bavaria eignet sich hervorragend zur größeren Produktion

- Die Bavaria eignet sich hervorragend zur größeren Produktion -

Das Fazit

Es gibt sie noch – feine, handwerklich sauber gefertigte Produkte aus einem kleinen Betrieb, die richtig überzeugen können. Die Bavaria gehört zu diesen Produkten. Sie ist allerdings keine universell einsetzbare Goldwaschrinne, sondern eher eine Rinne zur großen Produktion in Bächen mit genügend Wasserdurchfluss. Hier spielt sie ihre Stärken voll aus. Wer im gleichen Hause bleiben möchte sollte sich auch einmal die kleinere, aber universelle ‚Prospektor‘ (zum Testbericht) anschauen. Beiden gemein ist die tadellose Bedienung und die sehr gute Fangquote. 


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