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Goldwaschen - die wichtigsten Hinweise und Tipps zum Start

Goldwaschen


Goldfieber

Das erste selbst gefundene Gold in der Waschpfanne vergisst man nie… Und sei es noch so klein, es funkelt einfach einzigartig und treibt seinem Finder sofort ein Lächeln ins Gesicht. Dass Goldschürfen bzw. Goldwaschen hierzulande quasi direkt vor der Haustür möglich ist wissen die Wenigsten. Und das auch noch mit minimalem finanziellen Aufwand! Man muss nicht nach Alaska oder Australien reisen um das Abenteuer Goldsuche genießen zu können. Man wird in Europa nicht reich dadurch werden, Nein. Niemand sollte Gold aus rein finanziellem Interesse heraus suchen, dafür reichen unsere europäischen Lagermengen an die man als Privatperson kommt nicht aus. Wenn man aber einmal ein paar gute Stellen gefunden hat, so kann man sich im Laufe der Jahre aus dem gefundenen Gold durchaus z.B. goldene Ringe schmieden (lassen)… Oder aber man sammelt die kleinen Goldstückchen und erfreut sich einfach an ihrem Anblick. In den meisten Bächen finden sich mehr oder weniger ausgeprägte Anreicherungen des kostbaren Edelmetalls. Lediglich in Gebieten mit vorwiegend kalkhaltigem oder sandhaltigen Gestein wird es schwieriger. Aber selbst dort findet sich manchmal die ein oder andere Überraschung.

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Wo liegt es?

Bleibt die Frage warum sich Gold zumeist in Bächen auffinden lässt? Das hängt grob umschrieben vor allem mit seiner Dichte und damit auch seinem Gewicht zusammen. Gold ist rund 20(!) mal schwerer als Wasser und hat damit die Tendenz im Lauf von Jahren und Jahrtausenden immer an die tiefsten Stellen zu rutschen. Dem leichterem Wasser geht dies ebenso, es bildet in Tälern Bäche und Flüsse. Und zumeist am Boden dieser Bäche, auf dem Fels der das Bachbett bildet finden sich dann auch die begehrten Goldstückchen. Hochwasser und Flut reichern feines Gold jedoch auch im besser zugänglichem Flusskies an.

Zumeist sehr klein und oftmals deutlich unter 1mm groß warten sie dann darauf geborgen zu werden. Viele sind dabei sehr flach und werden deswegen als ‘Flitter’ bezeichnet. Manchmal stammen diese Flitter direkt aus dem Gestein - zumeist Quarz – ab, aus dem sie erodiert sind. Manchmal sind es aber auch kleinste Fragmente eines ehemals größeren Goldstückchens, eines Pickers oder gar eines Nuggets. Da Gold jedoch für ein Metall sehr weich ist, werden größere Goldstücke beim Transport im Bach abgeschmirgelt und wir finden dann zumeist diese ‘Goldspäne’.

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Goldsuche

Wo und wie soll man also nach Gold suchen? Die Suche an Land gestaltet sich sehr schwierig und ist vor allem für Laien so gut wie unmöglich. Die Naturgoldsuche nach Pickern und Nuggets mit einem Detektor ist in Europa schwierig und nicht überall erlaubt, dafür müsste man sich eher nach Amerika oder Australien begeben. Dafür lassen sich hierzulande andere ebenso tolle Schätze mit einem Detektor finden. Mehr dazu im Kapitel ‘Metalldetektion’. Aber bleiben wir beim nicht minder reizvollem Goldwaschen: was ihr anfangs benötigt ist nicht mehr wie eine Waschpfanne und eine (kleine) Schaufel. Sicherlich wird man diese Minimalausstattung im Laufe der Zeit ausbauen, da sie einen auch vom Materialumsatz her ziemlich limitiert. Gerade aber für den Anfang und um zu schauen ob einem das Hobby gefällt reicht dies aber absolut aus. Wir suchen also nicht an Land, sondern begeben uns an die tiefsten Stellen der Landschaft und suchen in Rinnsalen, Bächen und Flüssen. Vorzugsweise in Gebieten in denen die Fundchancen höher sind, in Gebieten also die das passende Grundgestein aufweisen. Es gibt Bundesländer die prädestiniert dafür sind wie beispielsweise Bayern, Sachsen und Thüringen, aber auch in fast allen anderen Bundesländern lässt sich in Bächen Gold finden. Sogar in großen Strömen wie dem Rhein finden sich in den Kiesablagerungen gewisse Mengen kleinster Goldpartikel (die Materialtransporte der Gletscher früherer Eiszeiten lassen grüßen). An dieser Stelle der rechtliche Hinweis eventuelle Regelungen zum Goldwaschen in den einzelnen Bundesländern zu beachten.

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Ohne Fleiß kein Preis

Am Bach angekommen sollte man zuerst einmal für eine Sekunde durchatmen und die Natur genießen! Klingt naiv, ist aber so :) Die wenigsten Menschen verbringen noch Zeit an den heimischen Bächen und verpassen damit den Zauber den fließendes Gewässer verströmt und die Entspannung die das Plätschern des Wassers zu bieten hat. Durchgeatmet? Gut, dann geht es an die eigentliche Suche. Wie bereits erwähnt liegt Gold aufgrund seiner Dichte nie direkt an der Oberfläche… wenn etwas im Wasser glitzert dann ist dies leider etwas anderes… Wir müssen also arbeiten um etwas zu finden, aber dafür sind wir ja auch hier :) Haltet Ausschau nach Stellen mit Kiesablagerungen oder größeren, runden Steinen. Diese sind bereits im Bach transportiert worden und oftmals befindet sich der Nachbarschaft solcher Brocken auch das schwere Gold. Sandbänke haben zumeist weniger Gold zu bieten, es sei denn es wurden sehr feine Flitter oder Staubgold bei der letzten Flut mit dem Sand zusammen abgelagert. Manchmal entdeckt man gerade in kleineren Bächen auch den Bedrock, das Grundgestein bzw. das Bachbett auf dem dem das Wasser fließt. Hier Spalten und Ritzen auszukratzen kann sehr fundträchtig sein! Wenn ihr Material bergen könnt, also entweder Sand und Kies aus Bedrockspalten oder selbiges Material aus Kiesbänken dann sammelt dieses in einem Eimer oder wenn ihr wollt auch direkt in einer Goldwaschpfanne. Wer möchte kann mit einem groben Sieb größere Steinchen vorab aussortieren. Keine Sorge dabei einen Jahrhundertfund zu verlieren - ein großes Nugget ist in etwa so selten wie ein Lottogewinn und würde euch definitiv auffallen ;)

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Auswaschen

Wenn ihr genügend gesammelt habt kommt das Auswaschen in der Goldwaschpfanne dran. Hierbei macht ihr euch ebenfalls die enorme Dichte selbst kleinster Goldpartikel zunutze und befördert das Gold durch Rüttel- und Schüttelbewegungen an den tiefsten Punkt der Pfanne und schwemmt das leichte Material nach draußen. Am besten schaut ihr euch hierfür ein Video bei YouTube an, das zeigt euch die Technik am anschaulichsten. Am Ende dieses Prozesses bleiben dann nur noch die schwersten Materialien in der Pfanne zurück und mit etwas Glück blitzt das ein oder andere Stück Gold auf. Dies könnt ihr dann aufsammeln, z.B. in dem ihr es über eine kleine Pipette einsaugt. Was hält euch also noch? Geht raus und habt Spaß!

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