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Miners Moss in Goldwaschrinnen – nötig oder nicht?


Schlingenteppich 'Miners Moss' im Zusammenspiel mit einem darüberliegenden Streckmetall aus Aluminium

- Schlingenteppich 'Miners Moss' im Zusammenspiel mit einem darüberliegenden Streckmetall aus Aluminium -

Die Qual der Wahl

Es sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen unter Goldwäschern – die Wahl des Waschrinnensystems. Dabei wird gerne zwischen einem ‚aktiven‘ und einem ‚passiven‘ Rinnentypen unterschieden und man versucht damit zu benennen ob es sich um ein Rinnensystem mit einem Riffelsystem aus Gummimatten zum Fangen von Gold handelt (aktiv), oder aber um einen Schlingenteppich (Miners Moss), über den oftmals noch ein Streckmetallgitter gelegt wird (passiv). Wirklich zielführend sind diese Bezeichnungen jedoch nicht. Beide Systeme fangen Gold wenn man so möchte ‚aktiv‘. Riffelsysteme aus Gummi- oder als 3D-Druck-Matten erzeugen hinter dem Hindernis, also dem Riffel, eine Strömungsabrisskante und somit einen Bereich, in dem die Strömungsgeschwindigkeit sinkt und deswegen Elemente und Objekte mit höherer Dichte wie beispielsweise Gold gerne liegen bleiben. Leichteres Material wird hingegen fortgespült. Es gibt jedoch auch Gummimatten die auf Vortex, also auf Sogwirbel setzen, aus denen Gold schwer entkommen kann. Dazu gehört z.B. die 'Dreammat'  aus Australien. Ein Miners Moss mit einem Streckmetall darüber ist eine Kombinationslösung aus beruhigten Zonen und Sogwirbeln – hinter den Streckmetall ergeben sich klassische Goldfallen durch Strömungsabrisskanten, gleichzeitig sorgt das Miners Moss mit seiner chaotischen Struktur mit diversifizierten kleinen Öffnungen für jede Menge kleinerer Wirbel. Nun könnte man also argumentieren dass dieses System das Beste aus beiden Welten kombiniert und deswegen reinen Gummimattenrinnen vorzuziehen sei. Und unterhält man sich mit so manch einem Hersteller von Miners Moss Systemrinnen, so wird einem gerne erzählt wie groß die Verluste von Gummimatten sind und wie gut dazu im Vergleich die eigene Rinne mit Moss ist. Aber stimmt das denn? 

Deutlich besser?

Ganz klare Antwort: Nein. Eine Rinne mit Miners Moss fängt in Summe nicht besser als eine Rinne mit einem guten Riffelsystem. Sie kann aber genauso gut fangen und ebenso an eine Fangquote von 95% herankommen, an Bächen mit rein stückigem Gold sogar ebenfalls darüber. Beide Rinnentypen geben sich also nicht viel bei der Fängigkeit verschiedenster Goldgrößen und Formen. Lediglich im Bereich von Staubgold kann sich ein Miners Moss bewähren. Seid ihr also eine einer Stelle an der es nur allerfeinstes, flaches Gold gibt, so kann es Sinn machen auf ein System mit Moss zu setzen. Das liegt daran, dass sich Staubgold in Systemen mit aggressiv eingestellten Gummiriffelen schwer tut zur Ruhe zu kommen und sich hinter einem Riffelhindernis zu verstecken. Ist die Strömung zu stark, wird Staubgold davongetragen. Ihr müsst viele Gummimatten aber recht starker Strömung aussetzen, damit sie richtig funktionieren. Richtig eingestellt fangen diese Systeme dann auch brillant, nur eben feinstes Staubgold kann auch einmal entwischen. In Rinnen mit Miners Moss hat Staubgold eine höhere Chance sich abzusetzen, da durch die chaotische Anordnung der Wirbel und Fallen in einem Schlingenteppich im Zusammenspiel mit den Strömungsunterbrechungen hinter dem Streckmetallriffeln eine riesige Anzahl unterschiedlichster Fallen generiert wird. Wer also z.B. ausschließlich am Rhein in Mitteldeutschland oder an kleinen Bächen in Niedersachsen nach Gold sucht, für den kann sich ein Miners Moss eher lohnen. Für alle anderen ist es hingegen quasi egal ihr eine Rinne mit oder ohne Miners Moss nehmt – beide Systeme fangen prima Gold. Wenn ihr sie richtig benutzt – mit genügend Zug dass sich eure Goldfallen von Sand schnell und zuverlässig freispülen, aber auch nicht zu brutal um feinem, flachen Gold die Möglichkeit zu geben sich aus der Strömung abzusetzen. Miners Moss Rinnen fangen deutlich mehr Material und sind langwieriger auszuspülen, da ihr zuerst den Schlingenteppich aus der Rinne nehmen und sorgfältig auswaschen müsst. Gummimattensysteme spülen sich schneller und länger frei, ihr könnt also mehr Material umsetzen, was eure eventuellen, minimalen Verluste an feinsten Gold mehr als ausgleicht. 

Nachträglich eingebaute Abschnitte mit Miners Moss und Streckmetall

- Nachträglich eingebaute Abschnitte mit Miners Moss und Streckmetall -

Hybridsystem

Ich habe übrigens in einen Großteil meiner Gummimattenrinnen im letzten Abschnitt selbst ein Miners Moss eingebaut. Das geht problemlos wenn man einfach einen Teil der verbauten Matte rauschneidet, sich ein Miners Moss und ein Streckmetall besorgt, zuschneidet und dieses herausnehmbar in die Rinne klipst. Allerdings muss man ehrlicherweise sagen dass dieser ‚Last Chance‘- Bereich vor allem zur Gewissensberuhigung dient. Ja, es finden sich manchmal kleinste Mengen an Gold darin, der überragende Teil eures Goldes wird sich aber selbst bei harscher Fütterung im vorderen Bereich befinden. Es ist insofern eine schöne Spielerei und es macht auch Spaß an den eigenen Rinnen herumzubasteln, ein 'Must-Have' ist es jedoch nicht. Lediglich bei sehr kurzen Rinnen unter 70cm finde ich es sinnvoll im rückwärtigen Bereich zumindest noch einen 15-20cm langen Abschnitt mit Moss zu haben.

Das Fazit

Sucht euch eure Rinne nach eurem Gutdünken aus und glaubt nicht dem 'Stellungskrieg' zwischen Anhängern von Gummimatten und Verfechtern eines Miners Moss - gute Rinnen auf beiden Seiten fangen quasi das gleiche Gold, unabhängig vom System. 


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