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Testbericht zur Hybrid-Goldwaschpfanne Gold Hog FlowPan aus den USA


Die FlowPan in voller Schönheit

- Die FlowPan in voller Schönheit -

Das Beste aus beiden Welten?

Vielleicht habt ihr in dem ein oder anderen Video schon einmal die Gold Hog FlowPan gesehen, die Goldwaschpfanne einer neuen Generation: sie versucht Pfanne und Rinne zu kombinieren, ist also quasi ein Hybridsystem das selbst ohne Flussströmung funktionieren soll. Die Meinungen zur FlowPan gehen dabei weit auseinander, von grandios bis furchtbar ist jegliche Einschätzung vertreten. Auch wenn ich anfangs von der Pfanne nicht sehr überzeugt war, so haben die stark auseinandergehenden Meinungen doch dazu geführt, dass ich sie mir aus den USA habe liefern lassen. Da dies ein recht kostspieliges Unterfangen ist (mit Zoll und Lieferkosten ca. 180€!) möchte ich euch mit diesem Bericht eine Entscheidungshilfe geben, ob sich der finanzielle Aufwand lohnt oder nicht. Ich habe die Pfanne im Zeitraum von rund 6 Monaten ausführlich getestet und das sowohl im Feld am Bach wie auch nahezu unter Laborbedingungen zuhause. Letzteres um zu sehen ob sie Gold verliert und falls ja, wieviel und warum? Ich werde euch nachfolgend sämtliche Vor- und Nachteile darstellen, die ich während der intensiven Benutzung der Pfanne feststellen konnte.

Sinnvolle Maximalbeladung

- Sinnvolle Maximalbeladung -

Der Zusammenbau

Die Demontierbarkeit der Pfanne ist eine tolle Geschichte. Sie ermöglicht es euch sie sehr kompakt zu transportieren und bei Bedarf am Fluss innerhalb von wenigen Minuten wieder zusammenzubauen. Dafür einfach die vier Seiten miteinander und mit der Bodenplatte verschrauben (nur sechs Schrauben notwendig), die mitgelieferte Goldwaschmatte einlegen – fertig! Das geht fix und der zusammengebaute Pfannenkörper wirkt mit seinen großen Abmessungen aus dicken Aluminiumplatten richtig hochwertig. Die Pfanne ist angenehm stabil und kann somit problemlos mit einer raueren Gangart am Bach klarkommen. Einziger Nachteil ist das doch recht hohe Gewicht von gut 1,5kg. Dafür sieht die FlowPan dann aber auch wirklich toll aus wenn sie montiert vor euch steht – man hat richtig Lust damit loszulegen!

ready to go!

- ready to go! -

Wie funktioniert sie?

Ähnlich wie bei einer normalen Goldwaschpfanne ladet ihr euer ausgehobenes Material direkt und ungesiebt in die FlowPan. Da aufgrund der speziellen Geometrie auch kein Sieb wirklich gut auf die FlowPan passt empfiehlt sich eh diese Herangehensweise. Was ich allerdings manchmal trotzdem gemacht habe ist mit einem Mesh 2 oder sogar Mesh 4 Sieb die groben Steine aus der Pfanne herauszuhalten. Entweder in dem ihr doch ein Sieb in die Pfanne legt und somit klassifiziert (im Idealfall wenn die Pfanne unter Wasser liegt) oder aber ihr siebt euer Material erst einmal in einen Eimer und arbeitet dann das so gewonnene, feinere Material nach und nach mit der FlowPan durch. Für eine möglichst reibungslose Funktion der FlowPan ist es aber eher zuträglich Material direkt in die Pfanne zu geben, da dann genügend Freiräume für das Gold entstehen um schnell auf den Boden zu sinken. Am Boden der Pfanne befindet sich eine Talon-Mat, also eine von Gold Hogs wirklich guten Schleusenmatten. Diese ist durch das aggressive Layout mit tiefen Riffeln gut dafür geeignet schwere Materialien wie beispielsweise Gold festzuhalten. Ihr füllt also den Kies in die FlowPan und begebt euch ins Wasser an einer eher strömungsberuhigten Stelle. Dort tunkt ihr die FlowPan leicht unter Wasser und beginnt mit Rüttel- und Schüttelbewegungen an der Pfanne für 5-10 Sekunden das Material zu stratifizieren. In dieser Zeit sinken die Goldstücke und Flitter aufgrund ihrer hohen Dichte recht zügig zum Boden der Pfanne, während leichteres Material und gröbere Steine nach oben befördert werden. Soweit ähnelt dieser Ablauf auch der Herangehensweise in einer normalen Goldwaschpfanne. Nun kommt aber der Clou: die FlowPan besitzt einerseits die bereits angesprochene Schleusen- bzw. Rinnenmatte am Boden, andererseits aber auch große Öffnungen an beiden Stirnseiten. Ihr dreht euch nun also entweder in Strömungsrichtung (eine Markierung an der FlowPan erleichtert es die richtige Einströmseite zu finden) oder aber spielt selber Strömung indem ihr mit ruckartigen Seitwärtsbewegungen der im Wasser befindlichen Pfanne für rasch durchströmendes Wasser sorgt. In beiden Fällen wird das leichtere Material in der Pfanne durch die hintere Öffnung davongetragen. Nach ein paar Sekunden ist bereits die Matte zu sehen und auch diese sollte noch für einen weiteren Moment in der Strömung stehen, um zwar das schwere Gold festzuhalten, leichtere Materialien aber wegzuspülen. Auf keinen Fall solltet ihr versuchen die Matte nahezu vollständig freizuspülen, denn dies würde garantierten Goldverlust mit sich bringen. Was übrig bleibt sind vielleicht eine halbe Tasse an Konzentrat. Ihr könnt dieses nun entweder aus der Pfanne nehmen (die Matte ist herausnehmbar) oder aber dort belassen und die FlowPan mit neuem Material auffüllen. In der Praxis wird man normalerweise nicht nach jedem Waschgang das Material herausnehmen, sondern dies erst nach mehrmaliger Benutzung machen.

In der FlowPan arbeitet eine Gold Hog Talon-Mat

- In der FlowPan arbeitet eine Gold Hog Talon-Mat -

Keine Auswaschpfanne

Leider braucht ihr dann beim Auswaschen noch zusätzlich eine normale Pfanne, da man mit der FlowPan nur Material reduzieren, jedoch nicht auswaschen kann. Das Material in die Auswaschpfanne zu bekommen kann übrigens mindestens so lange dauern wie das Auswaschen an sich. Das liegt einmal daran dass ihr nicht nur die Matte der Flowpan säubern müsst, sondern anschließend auch noch Material auf dem Boden und vor allem aus den konstruktiv entstehenden Fugen zwischen Boden und Seitenplatten in die Auswaschpfanne bringen müsst. Hier solltet ihr zumindest am Ende eures Goldwaschtages nochmals sehr genau durchschauen ob ihr auch alles erwischt habt.

Der Arbeitsprozess der Materialreduzierung – und genau dafür ist diese Pfanne gebaut worden – ist dabei recht zügig und macht durchaus Spaß! Spätestens nach 30 Sekunden habt ihr das Material einer gefüllten FlowPan maximal reduziert und könnt die Pfanne wieder füllen. Das sind Geschwindigkeiten wie man sie ansonsten von Goldwaschrinnen kennt! Mir persönlich macht es also immer Freude mit der FlowPan zu waschen, aber das ist natürlich auch Geschmackssache. Und ich gebe zu, wenn man genügend Wasserfluss hat, so würde ich eine Goldwaschrinne zur Materialreduzierung immer bevorzugen. Erstens da das Füttern einer Rinne ebenfalls große Freude bereitet, zweitens weil ein Arbeiten mit Rinnen deutlich rückenschonender ist und drittens, weil sie im Normalfall viel besser Gold fängt… Und damit kommen wir zum größten Problem der FlowPan, der Fangquote.

Durch den Eingangswirbel schnell freigespülter Frontbereich

- Durch den Eingangswirbel schnell freigespülter Frontbereich -

Das Manko

Eine gute Goldwaschrinne fängt im Bereich von 90-95% des Goldes, selbst wenn ihr die Rinne recht hart füttert und evtl. sogar direkt und ungesiebt beschaufelt. Bei der FlowPan lag der Wert an gefangenem Gold leider z.T. deutlich darunter. Großes Gold oder auch stückiges Gold ist nie ein Problem, dieses wird in nahezu jedem System zuverlässig gefangen. Es geht um die kleinen flachen Goldstücke, zumeist also um den zahlenmäßig überragenden Prozentsatz am Bach. Hier lag die Fangquote leider oftmals deutlich unter 85%. Dies hat wie ich festgestellt habe gleich mehrere Gründe:

1.     Die Pfanne hat große Öffnungen zu beiden Seiten. Je nachdem an welcher Stelle des Einfüllens sich eure Goldflitter befinden rutschen diese bereits im ersten Arbeitsschritt des Rüttelns und Schüttelns gerne aus der Pfanne, vor allem wenn ihr verbackenes Material mit Lehm habt. Flache Flitter sinken leider nicht so schnell zum Boden wie gerne behauptet wird… Dies bewirkt im Umkehrschluss, dass ihr die Pfanne nur mit wenig Material befüllen könnt und somit länger braucht um Volumen durchzuwaschen. Eigentlich genau das Gegenteil dessen was die Pfanne euch an Beschleunigung bringen soll.

2.     Habt ihr nicht lange genug stratifiziert, also schweres Material nach unten zu schichten versucht, dann liegt euer Gold oftmals nicht in der Matte, sondern noch darüber. Das passiert besonders bei kleinen, flachen Flittern sehr schnell. Strömt jetzt seitliches Wasser im zweiten Arbeitsschritt ein können diese Flitter nach außen befördert werden, da die Riffel unter ihnen noch belegt sind.

3.     Je nachdem an welcher Stelle euer Gold in die Matte gelangt ist, ist es nur ein sehr kurzer Weg um aus der Pfanne herausgeschleudert zu werden. Es gibt immer eine gewisse Migration des Goldes in der Matte von vorne nach hinten. Vorne eingesunkene Goldstücke haben es einfacher da sie noch ein paar Riffel nach hinten wandern können ohne aus der Pfanne zu fliegen. Die zur Verfügung stehende Fläche bzw. Länge des Bodens respektive der Matte ist für eine Pfanne zwar recht groß, für eine Rinne aber sehr gering. Normale Goldwaschrinnen haben Längen zwischen 70-150cm, in der FlowPan muss die Matte mit einem Bruchteil davon auskommen. Natürlich lässt man die Strömung dementsprechend auch nur kürzer darüber laufen, trotzdem hat man allein durch die Länge zwingend Verluste.

4.     Die Strömung, die von jetzt auf gleich in der Pfanne herrscht, ist selten optimal. Während ihr bei einer normalen Goldwaschrinne einige Minuten damit verbringt diese im Fluss richtig einzustellen ballert man bei der FlowPan recht willkürlich darauf los. Entweder in der man sie spontan in die Strömung hält oder aber selbst eine solche durch ruckartige Bewegungen erzeugt. Diese Strömung wird selten perfekt sein. Oftmals ist sie zu stark oder zu schwach

5.     Durch das Design der FlowPan ergibt sich am Eingang der Strömung in die Pfanne ein mächtiger Wirbel! Die darunter liegende Talon-Mat von Gold Hog ist zwar sehr aggressiv und kommt deswegen auch mit harter Strömung recht gut zurecht, trotzdem kann es passieren dass gerade der erste Bereich der insgesamt ja sehr kurzen Matte durch den Wirbel wie leergefegt und das Gold hochgeschleudert wird. Ist der mittlere und hintere Bereich evtl. noch nicht freigespült sondern von Material belegt können insbesondere Flitter sehr leicht ausgespült werden.

Ich denke bei Gold Hog selbst ist man sich der Problematik der verbesserungswürdigen Fangquote durchaus bewusst. Im Gegensatz zu manch anderen Rinnen oder Highbanker-Produkten wird hier nie ein genauer Prozentsatz kommuniziert. Es wird nur immer darauf verwiesen wieviel Material man durchwaschen kann. Und hier steckt natürlich auch eine gewisse Logik dahinter: wenn man davon ausgeht nahezu unendlich gleichwertiges Material zur Verfügung zu haben, dann reicht es natürlich auch doppelt so viel Material mit einer Fangquote von 70% durchzuwaschen als nur die Hälfte zu schaffen , dafür aber 95% zu fangen. Allerdings ist die Frage ob man zum einen immer so viel gleichwertiges Material zur Verfügung hat und ob man sich dies zum anderen auch antun möchte. Der Einsatz der FlowPan macht zwar Spaß, er geht aber definitiv stark auf den Rücken, egal was Gold Hog dazu behauptet. Zentral wichtig ist außerdem wie das Gold in eurem Waschgebiet aussieht. Habt ihr viel Kies zum Durchwaschen und zwar wenig Gold, dafür dann aber eher körnige Stückchen, dann wird die FlowPan ganz gut funktionieren. An Stellen mit viel feinem Material und eher flachen Flittern wird sie ihre Probleme haben.

Einer der besseren Testläufe bei sanfter Handhabe mit wenig Material - links das gefangene, rechts das verlorene Gold

- Einer der besseren Testläufe bei sanfter Handhabe mit wenig Material - links das gefangene, rechts das verlorene Gold -

Auf einen Blick

Die Vorteile:

1.     Tolles Design

2.     Hohe Verarbeitungsqualität

3.     Sehr gute Haptik, liegt gut in der Hand

4.     Hoher Spaßfaktor

5.     Innovationskraft

6.     Packmaß, Demontierbarkeit

7.     Geschwindigkeit der Materialreduzierung

8.     Gut geeignet für Gebiete mit stehendem Gewässer oder Verbot für Rinnen

 

Die Nachteile:

1.     Goldverlust zu hoch

2.     Recht schwer

3.     Fugen

4.     Kein Finish möglich

5.     Geringe Zuladung

6.     Rückbelastung

7.     Sehr teuer

Fazit

Der Einsatz der innovativen FlowPan macht Spaß, auch wenn er nicht gerade rückenschonend abläuft. Die bauliche Qualität, die Geschwindigkeit der Materialreduzierung und die Demontierbarkeit sprechen klar für die FlowPan. Ihr größter Nachteil ist die unzufriedenstellende Fangquote von kleinem und flachen Gold. Da dies aber die überragende Menge an nahezu jedem Bach darstellt ist ihr Einsatz begrenzt - am ehesten noch auf Gebiete, in denen ihr keine Rinne setzen könnt oder dürft. Da der Spaßfaktor stimmt ist sie trotz des enorm hohen Preises eine Überlegung wert. Ein Muss ist die Anschaffung hingegen sicherlich nicht. 


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