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Testbericht zur US-Goldwaschrinne Gold Hog Streamsluice

 

GoldHog Streamsluice - vorne die 'slick plate' zum Aufbrechen des Materials, dahinter die Fangmatte

- GoldHog Streamsluice - vorne die 'slick plate' zur Beschleunigung vor allem leichteren Materials, dahinter die Fangmatte -

Gold Hog

Es gibt glücklicherweise eine Menge richtig guter Goldwaschrinnen die in Deutschland zum Verkauf angeboten werden. Wer sich jedoch über den Tellerrand hinausblickt und sich etwas Besonderes gönnen möchte, der wird früher oder später einmal auf die in den USA ansässige Firma ‚Gold Hog‘ stoßen. Diese Firma hat sich mit ihren Highbankern (also mithilfe von Pumpen an Land betriebenen Waschrinnen) und den eigens dafür entwickelten Matten mit einzigartigem Design einen Namen in der Goldwaschszene gemacht. Da in Europa fast überall ein Verbot von Highbankern besteht, kam man früher allerdings kaum in den Genuss auch hierzulande ein Produkt von GoldHog im Einsatz zu sehen. Dies hat sich mit dem Erscheinen der ‚Streamsluice‘, also einer im Bach liegenden Waschrinne und der speziellen Goldwaschpfanne ‚FlowPan‘ (siehe Testbericht) glücklicherweise geändert. Ich besitze nun seit rund zwei Jahren die Streamsluice und möchte euch heute etwas von meinen Erfahrungen damit berichten. 

Streamsluice mit zusätzlicher Fangmatte im Trichter

- Streamsluice mit zusätzlicher Fangmatte im Trichter -

make it big

Wer die Rinne noch nicht kennt – es ist eine US-typisch ausgewachsene Goldwaschschleuse („we don’t make toys“) mit rund 140cm Länge bei einer Breite des Mattenabschnitts von ca. 25 cm. Im vorderen Teil befindet sich ein riesiger Trichter mit blanker Oberfläche, dahinter ein rund 100cm langer Mattenabschnitt zum Abfangen des Goldes. Die Rinne wird dabei als Komplettset geliefert. Das bedeutet dass ihr ein Stand-Set mitgeliefert bekommt, womit ihr die Rinne auch an einer tieferen Stelle in den Bach stellen könnt. Das ist super und eine echte Arbeitserleichterung. Somit könnt ihr die Rinne auch in starke Strömung stellen und das volle Potenzial der aggressiven Matte ausschöpfen. Der Clou dabei: die Matte ist herausnehm- und austauschbar! Im Produktpreis inbegriffen ist nämlich noch eine zweite Matte mit einem anderen Layout für geringere Fließgeschwindigkeiten. Ich muss jedoch zugeben dass ich nahezu ausschließlich mit der aggressiveren Matte unterwegs bin. Die zweite Matte mag sich für sanfte Flüsse wie beispielsweise den Rhein perfekt eignen. Hier könnt ihr sie in diesem großen Strom mit Hilfe der Beine recht leicht aufstellen und ihr habt genügend Wasser um die Rinne richtig zum Laufen zu bekommen. In vielen anderen kleinen Bächen und Rinnsalen funktioniert die ‚Low-flow-Mat‘ jedoch nicht, da es euch schlicht an Wassermenge mangeln wird oder aber die Rinne an sich zu groß ist um gesetzt werden zu können. Habt ihr hingegen genügend Wasser und Strömung zur Verfügung, so könnt ihr mit der Streamsluice enorme Mengen an Material durchjagen. Das komplexe Layout der Matten mit einer großen Varianz an Goldfallen fängt superb von groben bis hin zu feinem Gold. Das liegt auch daran, dass es sich strenggenommen nicht um eine, sondern um mehrere unterschiedliche Fangmatten handelt, die miteinander verklebt wurden und sich prima ergänzen. 

Die Streamsluice verträgt große Mengen an Material, das direkt hinein geschaufelt werden kann

 - Die Streamsluice verträgt große Mengen an Material, das direkt hinein geschaufelt werden kann -

Wir haben schon zu viert (!) in die Rinne geschaufelt und sie hat sich trotzdem in starker Strömung freigespült und zuverlässig auch feines Gold gefangen. Auch sie fängt keine 100%, das schafft keine Rinne. Selbst die besten Systeme verlieren normalerweise mindestens 2-3%, vor allem an Staubgold oder extrem flachen Flittern. Aber ihre Fangquote liegt bei richtiger Benutzung im Maximalbereich des Möglichen. Es wird ähnlich wie bei den Rinnen von Bayerwalddigger der absolut überragende Teil an Gold gefangen, von Körnern bis hin zu feinem Gold. Allerdings hat die Rinne auch ein paar Nachteile, die nicht unerwähnt sein sollen. Da wäre als erstes das Auswaschen der Matte. Da die Riffel in der Matte recht komplex sind müsst ihr sie zum Ausspülen definitiv aus der Rinne nehmen. Steckt sie in einen großen Eimer und rollt sie anschließend zusammen. Nun könnt ihr sie mehrmals ins Wasser im Eimer tunken und damit auswaschen. Danach legt ihr sie wieder in die Rinne und verschraubt sie. Das ist zwar alles kein riesiger Zeitaufwand, aber doch ähnlich wie mit einem Miners Moss und dauert deutlich länger als mit einer reinen Riffelmatte mit ausschließlich nach hinten geöffneten Goldfallen. Deutlich gravierender im Einsatz ist jedoch das Gewicht: die Rinne wiegt mit beiden Matten rund 10kg! Und auch wenn der Trichter demontiert werden kann, so ist sie doch sehr sperrig. Sie ist also ungeeignet um sich an neue Stellen zur Prospektion heranzuwagen und abschnittsweise zu testen. Ihre große Stunde schlägt dann, wenn ihr eine gute Stelle ausfindig machen konntet und diese abernten möchtet. Dann könnt ihr mit ihr Material umsetzen wie mit nahezu keiner anderen Rinne auf dem Markt. Zumeist reicht es dann auch aus mit nur einer Matte loszuziehen, da man weiß welche Strömung am Bach zu erwarten ist. Und last but not least erweist sich der Preis als limitierender Faktor. Wer sich die Streamsluice gönnen möchte muss mit Versand und Verzollung mit rund 400 € rechnen.

Vorderer Teil der aggressiven Matte

- Vorderer Teil der aggressiven Matte -

Auf einen Blick

Vorteile:

-         Qualitativ hochwertig

-         Tolles Mattendesign

-         Komplettes Paket mit zwei Matten und vier Standbeinen

-         Kann direkt beschaufelt werden

-         Sehr gute Fangquote

-         Enorme Materialdurchwaschung möglich

 

Nachteile:

-         Schwer und sperrig

-         Keine Vorschaumatte

-         Viel Wasserdurchfluss nötig

-         Teuer

-         US-Import notwendig

Die sogenannte 'Low-flow-mat' für sanftere Strömungen

- Die sogenannte 'Low-flow-mat' für sanftere Strömungen -

Das Fazit

Die Streamsluice von GoldHog ist ein Arbeitstier. Richtig eingesetzt taugt sie dazu enorme Mengen an Material auszuwaschen. Die Fangquote gehört zu den Besten am Markt und das Design der Matten ist hinreißend. Das hohe Gewicht, die sperrigen Abmessungen und der hohe Bezugspreis begrenzen ihre Einsatzmöglichkeiten. Zumal es von anderen Herstellern ähnlich gute, Z.T. aber leichtere und günstigere ‚Arbeitstiere‘ gibt. Und dennoch ist sie den Kauf für den passionierten Goldsucher absolut wert. Es ist vielleicht vergleichbar mit einem alten Ford Mustang: rational gedacht gibt es günstigere und in Summe auch bessere Alternativen, nur sind diese eben zumeist nicht so reizvoll… Denn Liebhabern der Szene gibt die Streamsluice das ganz besondere US-Goldrush-Gefühl am Bach. 


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