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Testbericht zur Goldwaschpfanne GoldClaw aus den USA


Erster Eindruck nach dem Auspacken: kompakt!

 - Erster Eindruck nach dem Auspacken: kompakt! -

Vorschusslorbeeren

Mein Faible für amerikanische Schatzsucherprodukte hat wieder mal ein finanzielles Opfer gefordert… Dieses Mal ist es eine Goldwaschpfanne der Firma GoldClaw aus dem Land der für Schatzsucher immer noch ziemlich unbegrenzten Möglichkeiten geworden. Da die Pfanne seit ihrem Erscheinen mit Lob überhäuft wurde wollte ich sie unbedingt einmal testen. Schließlich wird ihr trotz der kompakten Größe eine sehr hohe Goldfangquote bei gleichzeitig großem Materialumsatz nachgesagt. Und so kam rund 5 Wochen nach Bestellung meine GoldClaw (mit Lieferung rund 50,-) an und wurde natürlich umgehend in einer kontrollierten Umgebung und später am Bach ausführlich getestet.

Kompakt

Nach dem Auspacken war ich dann doch überrascht wie klein die GoldClaw ist. Sie ähnelt vom Volumen her einer kleinen Waschpfanne mit vielleicht 25cm Durchmesser. Kein Vergleich zu den großen Waschpfannen z.B. von … und …. GoldClaw hat mittlerweile auch ein größeres Modell nachgelegt, eine ‚Production Pan‘, die euch also viel Materialdurchsatz verspricht. Diese nimmt dann allerdings auch mehr Platz beim Transport in Anspruch und ist vollbeladen sehr schwer im Handling. Die ‚Standard‘-GoldClaw (denn es gibt sogar noch eine Mini-Pocketvariante ist hingegen kompakt und passt in jeden Rucksack.

Easy handling

Ihr Funktionsprinzip ist dabei einfach, aber innovativ: Durch beständige Seitwärts-Schüttelbewegungen bei gleichzeitigem Kippen der im Wasser liegenden Pfanne wird das Material kontinuierlich stratifiziert, also in Schichten gelegt – unten das schwerere Material, oben das Leichtere. Durch die Kippbewegung werden alle leichteren Teile und gröberen Steine nach außen bewegt, die Geometrie des Bodens ist trotzdem so konzipiert, dass dortiges Material nur schwer herausrutschen soll (dem ist leider nicht unbedingt so, dazu jedoch später mehr). Es gibt drei zum Auswaschen benutzte Seiten der Pfanne: über Seite 1 wird im ersten Schritt das grobe Material ausgespült, über Seite zwei anschließend das Kleinere. Bereits nach diesem Schritt sind zumeist der schwarze Sand und das Gold sichtbar. Wer es ganz fein auswaschen möchte, der hat anschließend noch die Möglichkeit dies über eine hauchfeine Riffelung an einer der beiden kurzen Seiten zu bewerkstelligen. Der ganze Prozess geht dabei zügig von der Hand, auch wenn nicht so schnell wie es der Hersteller behauptet. Wer so schnell wie beworben mit normalen Material am Fluss hantiert wird deutliche Mengen an Gold verlieren. Es ist also nicht die Geschwindigkeit die beeindruckt, schließlich kann man auch immer nur sehr begrenztes Material umsetzen. Das liegt zum einen an dem kleinen Volumen der Pfanne, zum anderen an der Tatsache dass kein mir bekanntes Sieb auf die Pfanne passt. Leider bietet GoldClaw selbst auch keines an und so müsst ihr entweder über einen Eimer vorsieben oder direkt ungesiebtes Material durchwaschen. Es imponiert aber immerhin die Einfachheit des Systems. Während normales Auswaschen mit einer Standardpfanne durchaus gelernt sein möchte, so können auch Anfänger mit einer GoldClaw recht schnell akzeptable Auswaschergebnisse erzielen. 

Testdurchlauf mit Paydirt

- Testdurchlauf mit Paydirt -

Big size

Wer eine der brandneuen Production Pans sein Eigen nennt, für den kann die Pfanne ein ernsthafter Ersatz für eine Goldwaschrinne sein. Das geht dann zwar deutlich mehr auf den Rücken als das Füttern einer Rinne, aber es gibt Regionen in denen der Rinneneinsatz verboten ist. Wer dort viel Material umsetzen möchte und vor allem Kies schaufelt, für den macht es Sinn mit Eimer, Sieb und einer schnellen Goldwaschpfanne zu arbeiten. Im Gegensatz zu einer anderen speziellen Pfanne, der Gold Hog FlowPan hat die GoldClaw den Vorteil auch gleichzeitig zum Finish, also dem finalen Auswaschen, zu taugen. 

Die Nachteile

Wovon ich allerdings etwas enttäuscht bin ist die Fangquote. Nachdem was ich bis zum Kauf gehört hatte ging ich davon aus, dass selbst unerfahrene Produktnutzer nahezu alles an Gold in der Pfanne fangen würden. Dem war aber nicht so. Vor allem feines, flaches Gold ist mit der GoldClaw genauso schwer, wenn nicht sogar noch schwerer auszuwaschen wie mit einer normalen Goldwaschpfanne amerikanischen Designs (die auch hierzulande Standard sind). Je vehementer man sie anwendet und je schneller man sie benutzt, desto größer die Verluste. Ist man in einer Region mit stückigem Gold und vielleicht sogar der Option eines Pickers (2-4mm und körnig) oder Nuggets (>5mm und dick), dann fängt die GoldClaw recht zuverlässig und gut. Ehrlicherweise fängt aber so gut wie jedes System stückiges Gold. Die Herausforderung besteht in dem zahlenmäßig überlegenen, feinen Gold. Hier wird das Resultat nur zufriedenstellend sein wenn man es langsam angeht, und selbst dann verliert sie für meinen Geschmack zu viel. Das liegt in erster Linie daran dass sich feine, flache Flitter nicht so schnell auf den Boden der Pfanne verfrachten lassen. Außerdem scheinen sie bei der Kippbewegung über den eigentlich recht hohen Rand gedrückt zu werden da das restliche Material zu sehr schiebt ohne dass die Flitter die Möglichkeit haben sich am Boden festzukrallen. Dieses Problem scheint somit leider konstruktiv zu sein. Um ein gutes Resultat zu erzielen also am besten nicht zu viel Material in die Pfanne einfüllen und dieses dann mehrere Male von Hand durchkneten und lange in Rüttel- und Schüttelbewegungen in Schichten legen bevor ihr anfangt dabei die GoldClaw zu kippen. Der Geschwindigkeitsvorteil ist dann aber vom Tisch. Und seid sehr vorsichtig, wenn ihr nach Schritt 1 die Pfanne auf die andere Seite zum feineren Auswaschen kippt: im Gegensatz zur neuen Production Pan hat die Standartvariante offene Seiten der großen, vorgelagerten Riffel! Es ist also ein leichtes dort beim Rückkippen Goldflitter zu verlieren. Ich habe meine Pfanne an diesen Stellen provisorisch zugeklebt, das funktioniert prima. Es bilden sich bei der GoldClaw übrigens gerne ‚Floaters‘, also feine Goldflitter die aufgrund des Oberflächenspannung des Wassers aufschwimmen und schnell aus der Pfanne gespült werden können. Benutzt also wenn möglich immer einen Spritzer Spülmittel (bitte nicht am Bach in der Natur!) um die Oberflächenspannung zu brechen.

Mehr Floaters als bei anderen Pfannen

 - Mehr Floaters als bei anderen Pfannen -

Auf einen Blick

Vorteile:

-         Innovativer Ansatz

-         Leicht zu bedienen

-         Recht schneller Materialumsatz

-         Sehr kompakte Bauform


Nachteile:

-         Durch Import recht teuer

-         Kein normales Sieb passt auf die Pfanne

-         Fangquote oftmals nicht zufriedenstellend

-         Neigung zur Bildung von ‚Floaters‘

-         Sehr wenig Volumen (Standartvariante)

-         Offene Seiten können beim Rückspülen Gold verlieren

Provisorisch abgeklebte Seiten zur Verminderung des Goldverlusts

- Provisorisch abgeklebte Seiten zur Verminderung des Goldverlusts -

Das Fazit

Der Einsatz der GoldClaw Waschpfanne ist einfach und macht Spaß. Jedoch kann auch sie keine Wunder vollbringen und ihre Verluste sind sogar oftmals höher als mit einer herkömmlichen Goldwaschpfanne. Die Resultate sind zwar besser als bei einer FlowPan, allerdings ist die mögliche Materialmenge bei der GoldClaw sehr begrenzt. Gerne würde ich sehen wie sich im Vergleich dazu eine TurboPan oder eine Batea schlägt, aber dies evtl. in einem anderen Bericht. Somit ist die GoldClaw leider keine uneingeschränkte Kaufempfehlung, auch wenn ich es mir wegen des innovativen Ansatzes sehr gewünscht hätte. Dafür punktet sie aber zu wenig bei der Fangquote oder auch bei der Geschwindigkeit. Interessanter ist evtl. die größere Variante, die GoldClaw Production Pan – mit dieser kann man viel Material umsetzen und eine Waschrinne in Gebieten ersetzen, in denen ein Rinne entweder nicht erlaubt oder nicht anwendbar ist (z.B. stehendes Gewässer). Allerdings steht auch hier die Befürchtung im Raum dass sie konstruktiv bedingt zu viel Gold verliert. 


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