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Testbericht zum Taschen-Metalldetektor MTC Professional von Picosens


Picosens MTC Professional - klein, aber fein!

- Picosens MTC Professional - klein, aber fein! -

Goldig

Er ist schon auf den ersten Blick ein absoluter Sympathieträger, der kleine Taschendetektor MTC Professional der Firma Picosens (www.picosens.de). Superkompakt in der Größe einer Minispule anderer Hersteller passt er sprichwörtlich in die hintere Hosentasche einer Erwachsenen-Jeans! Und trotz dieser Minimaldimensionen bietet er an Ausstattung nahezu das Gleiche wie ein ausgewachsener Detektor - die App-Anbindung an das eigene Smartphone machts möglich. Und da das Ganze zu einem Kampfpreis von 399,- daherkommt fragt man sich schnell ob man sich den knuffigen Kampfzwerg nicht sofort auf die Wunschliste setzen sollte. Da ich das Gerät selbst besitze möchte ich euch in diesem Artikel ein wenig darüber berichten, vielleicht kristallisiert sich dann für euch wiederum heraus ob der MTC für das was ihr vorhabt taugt oder eben auch nicht.

 

Überragend kompakt, aber kein werksseitiges Gestänge

Mit einem Doppelklick springt der MTC an und kann sofort benutzt werden. Ihr könnt in diesem ‚Stand-Alone-Modus‘ ohne App-Anbindung bereits erstaunlich gut suchen, denn es stehen euch zentrale Funktionen wie Bodenabgleich, Empfindlichkeitsabstufung und vor allem eine Wahrscheinlichkeitsdarstellung für Eisen/Edelmetalle direkt am Gerät zur Verfügung. Allerdings müsst ihr den MTC dann direkt in der Hand führen, was für manche Einsatzgebiete allerdings auch von Vorteil sein kann. Komfortabler für die Bodensuche ist es sich einen passenden Stock zu suchen und in die vom Hersteller mitgelieferte Stabaufnahme am Gerät zu stecken. Wer bereits einen Trekkingstock sein Eigen nennt, für den liefert Picosens hierfür optional die passende Aufnahme am Gerät. Der Verzicht auf ein werkseitiges Gestänge zwingt euch in jedem Fall dazu euch hier selbst darum zu kümmern. Ich habe für meinen Fall eine etwas andere Lösung gewählt und einen 3-D-Druck für die Anbindung an das Gerät mit einem Selfiestick kombiniert. Das hat den Vorteil dass der Stick zusammenklappbar ist, also in den Abmessungen des Detektors transportiert werden kann. Für den Einsatz einfach den Stick ausziehen und loslegen. Eine ähnliche Lösung könnt ihr euch sicherlich auch mit einem der mitgelieferten Aufsätze und einem Universal-Teleskopgestänge basteln. Trotzdem finde ich es schade dass es hier keine werksseitige Komplettlösung gibt.

Gestängekombination aus werkseitigem, optionalen 3D-Druck und Selfiestick

- Gestängekombination aus werkseitigem, optionalen 3D-Druck und Selfiestick -

Universalgenie dank Bluetooth-Appanbindung

Wenn ihr mehr Optionen zur Suche benötigt, dann empfiehlt es sich ganz klar die kostenlose App für den MTC herunterzuladen. Auch wenn es etwas umständlich ist mit Detektor in der einen und Smartphone in der anderen Hand herumzulaufen - mit Hilfe der App wird der Detektor mit Hilfe eures Smartphones zum Universalgenie! Ihr könnt Objekte diskriminieren (also ausblenden), ihr könnt euch anschauen was der MTC meint das ihr unter der Spule habt, ihr könnt Objektfundorte abspeichern und so vieles mehr. Es erfordert dann allerdings auch etwas Einarbeitungszeit bis ihr alle Funktionen kennt und sinnvoll einsetzen könnt. Natürlich ist das Gerät trotzdem nicht so komplex wie beispielsweise ein XP Deus, aber ihr könnt ihn euch schon recht zielgenau für euer Suchgebiet konfigurieren. Dies macht aus einem kleinen Detektor plötzlich einen ganz Großen!

 

Enorme Kleinteileempfindlichkeit

Ich werde euch nicht mit den genauen technischen Spezifikationen langweilen, diese könnt ihr bei Interesse natürlich auch auf den verschiedenen Händlerseiten nachlesen. Wichtig für euch zu wissen ist, dass der Detektor nicht zwingend geschwenkt werden muss (also auch statisch detektiert!) und mit einer sehr hohen Suchfrequenz von rund 100 kHz arbeitet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass er sehr empfindlich auf Kleinteile reagiert. Ihr könnt also auch auf die Suche z.B. am Strand nach kleinen Ohrsteckern gehen, denn er findet Objekte die mit manch einem anderen, großen Detektor leicht überlaufen werden. Der Nachteil einer solch hohen Frequenz können hingegen Fehltöne gerade auf stark mineralisierten Böden sein. Das betrifft dann beispielsweise die Suche nach Naturgold. Ihr könnt diese Fehltöne zwar minimieren indem ihr die Empfindlichkeit herunterfahrt und beständige Bodenabgleiche durchführt, allerdings leidet dann wiederum eure Suchtiefe. Der Detektor erreicht damit bei der Goldsuche nach kleinsten Goldstücken bei weitem nicht die Leistung eines Goldmonster 1000 von Minelab, er kann dafür aber immer problemlos mitgenommen werden und es ist durchaus auch möglich mit dem MTC Goldfunde zu machen. Ein richtiger Golddetektor ist er hingegen nicht.

Testlauf mit verschiedenen Goldstückchen

- Testlauf mit verschiedenen Goldstückchen -

Konstruktive Nachteile

Die meisten werden ihn aber vermutlich auch nicht dafür nutzen, sondern zum ‚normalen‘ Sondeln, z.B. nach Schmuck oder Euro- und DM-Münzen einsetzen. Hierfür taugt er tadellos, sofern man sich ein adäquates Gestänge gebastelt hat, mit dem man auch dauerhaft angenehm suchen kann. Denn die kompakte Bauweise mit der kleinen Spule birgt natürlich den Nachteil, dass ihr entsprechend lange braucht um einen Bereich sorgfältig abzusuchen. Dafür kann der MTC aber nahezu überall hin mitgenommen werden um spontan zu suchen sofern die Umstände und die Gesetzeslage es zulassen. Die verwendeten Fundtöne sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Für wen es der erste Detektor ist, der wird mit der Tonkaskade im Stand-Alone und den dumpfen Tönen im Appmodus vermutlich gut klarkommen. Ich habe mich persönlich jedoch noch nicht mit den Tönen anfreunden können. Da ihr die Töne im Stand-Alone-Modus leider auch nicht abstellen könnt und sie je nach sonstiger Geräuschkulisse u.U. auch sehr laut sein können, habe ich den Lautsprecher am Gerät abgeklebt. Nun ist nur noch ein unauffälliger Ton wahrnehmbar, man wünscht sich jedoch trotzdem eine werksseitige Lautstärkeregulierung. Benutzt ihr den MTC über die App, könnt ihr die Töne am Gerät immerhin ausstellen und die akustische Signalstärke am Smartphone über eure Lautstärkeknöpfe regulieren. Dann steht auch der eher unauffälligeren Suche nichts mehr im Wege. Beim Schwenken solltet ihr jedoch etwas auf den Detektor an sich aufpassen, denn der kleine MTC wird ohne Spulenschutz geliefert. Ein Schlag gegen harte Steine kann deswegen trotz der vergossenen Elektronik böse enden. Generell wirkt er etwas fragil mit seinen freiliegenden LED-Leuchten und dem ungeschützt angebrachten Batteriefach. Man würde sich wünschen Picosens hätte ein Outdoorpaket mit passenden Verkleidungen im Programm. Kleiner Tipp: Picosens hat meiner persönlichen Erfahrung nach einen wirklich tollen Kundenservice. Auf Wunsch sollte man in der Lage sein euch einen 3-D-Spulenschutz anbieten zu können. Dann seid ihr zumindest gegen Kratzer und gegen leichte Stöße etwas geschützter. Gegen Wasser hilft euch dies jedoch nicht, leider ist der Detektor nicht unterwassertauglich.

 

Auf einen Blick

Vorteile:

-         Superkompakt

-         Sehr hohe Frequenz und damit Kleinteileempfindlichkeit

-         Günstig

-         Im Stand-Alone Modus oder mit App benutzbar

-         Sehr umfangreich konfigurierbar über App

-         Bedienung in der Hand oder mit Stock

-         Kein Schwenken notwendig

-         Diskriminiert ungewünschte Metalle aus

-         Toller Kundenservice

  

Nachteile:

-         Geringe Flächenabdeckung

-         Signaltöne gewöhnungsbedürftig

-         Laufen mit App umständlich, da Smartphone in der Hand

-         Ton kann im Stand-Alone Modus nicht ausgestellt werden

-         Kein werkseitiges Gestänge

-         Erfordert etwas Einarbeitungszeit

-         Kein Spulenschutz

-         Wirkt etwas fragil, freiliegende LED-Leuchten und Batteriebox

-         Nicht unterwassertauglich

Der kleine MTC ist einfach überragend kompakt

- Der kleine MTC ist einfach überragend kompakt -

Das Fazit

Der Picosens MTC Professional ist ein toller Detektor für die Suche zwischendurch! Er bietet dank kostenloser App-Anbindung viele Funktionen größerer Detektoren und punktet trotz seiner minimalen Abmessungen mit viel Performance zum absoluten Kampfpreis. Ein fehlendes Teleskopgestänge, seine begrenzten Outdooreigenschaften und die konstruktiv bedingte kleine Suchfläche reduzieren jedoch seine Einsatzmöglichkeiten. Er ist somit kein Erstdetektor für regelmäßige Sondengänger, aber auf jeden Fall ein begehrenswerter Zweitgerät. Wer hingegen nur ab- und zu sondeln geht, für den kann der kleine, grüne Sympathieträger bereits vollkommen ausreichend sein. 


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